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Warum sollten ERP-Systeme plötzlich CRM können ?

  • Autorenbild: mariohenzler
    mariohenzler
  • 2. Apr. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Viele, vor allem kleinere ERP-Hersteller haben ein Problem. Die Welt wird kundenzentrierter.Vertrieb, Marketing und Service rücken näher zusammen. Und CRM wird zur strategischen Schlüsseltechnologie.


Die naheliegende Antwort vieler ERP-Anbieter: „Das können wir auch.“


Kundendaten sind ja da, also werden ein paar zusätzlich Balkone in Form von CRM-Funktionalitäten ins ERP integriert. Ein bisschen Lead-Management hier, ein paar Vertriebsfunktionen dort. Hört sich gut an, ist es aber eher nicht.


Der Reiz des Monolithen

Auf den ersten Blick wirkt der Ansatz insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen attraktiv.

Ein System für alles. Eine Datenbasis. Ein Anbieter. Weniger Schnittstellen.

Die Unternehmens-IT freut sich, denn das ERP ist bekannt und zusätzlich Systeme verkleinern die Komfortzone und erhöhen die Komplexität. Alles in einem klingt nach Kontrolle und Stabilität. Doch genau hier beginnt das eigentliche Problem.


CRM ist kein Feature – sondern eine Haltung

CRM ist nicht einfach eine zusätzliche Funktion, die man „andocken“ kann. Es geht um:

  • ganzheitliche Kundenorientierung

  • dynamische Prozesse

  • flexible Vertriebslogiken

  • individuelle Customer Journeys

  • sich ständig verändernde Anforderungen

ERP-Systeme sind dafür nicht gebaut. Sie sind stark in standardisierten, stabilen Prozessen. CRM hingegen lebt von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Wenn man versucht, beides in einem monolithischen System zu vereinen, entsteht ein Zielkonflikt.


Flexibilität Fehlanzeige - Anpassung wird zum Kraftakt

In der Praxis zeigt sich das schnell - sobald Vertriebs-, Marketing- oder Serviceprozesse vom Standard abweichen – und das tun sie fast immer, denn hier können USP´s generiert werden – wird es kompliziert.


Was folgt, sind:

  • aufwendige Customizings

  • tiefgreifende Eingriffe ins System

  • individuelle Erweiterungen mit hoher Komplexität

  • ausartende Kosten

  • Unzufriedenheit da das System das Business limitiert


Jede Anpassung kostet Zeit, Geld und Nerven. Und noch wichtiger: Sie macht das System schwerer wartbar und erhöhen die Abhängigkeit.


Innovation? Eher limitiert

Ein weiteres Problem: Geschwindigkeit. Moderne CRM-Ansätze entwickeln sich rasant:

  • neue Touchpoints

  • neue Kanäle

  • neue Formen der Kundeninteraktion

Monolithische ERP-Systeme können da nicht Schritt halten. Jede Veränderung muss durch die Logik des Gesamtsystems passen. Jede Erweiterung wird zum Projekt. Das bremst Innovation – genau dort, wo sie am wichtigsten wäre: am Kunden.


Vendor Lock-in als Nebenwirkung

Je stärker Unternehmen auf solche integrierten ERP-Erweiterungen setzen, desto größer wird die Abhängigkeit vom Anbieter. Warum? Weil:

  • Anpassungen tief im System verankert sind

  • Know-how stark an den Hersteller gebunden ist

  • ein Wechsel mit hohen Migrationsaufwänden verbunden ist

Was nach Vereinfachung aussieht, wird zur langfristigen Bindungsfalle.


Der bessere Weg: Spezialisierung auf gemeinsamer Basis

Die Alternative ist kein unkontrollierter Best-of-Breed-Wildwuchs. Sondern ein businessgetriebener Architekturansatz, der beides verbindet:

  • spezialisierte Lösungen für kundenzentrierte Prozesse

  • eine integrierte Plattform als technologische Basis

So bleiben Unternehmen anpassungsfähig – ohne in Integrationschaos zu versinken.


Fazit

Wenn ERP-Systeme versuchen, CRM „mitzuerledigen“, entsteht selten ein echter Mehrwert. Was entsteht, ist ein fauler Kompromiss - zu unflexibel für echte Kundenorientierung, zu komplex für Anpassungen, zu abhängig vom Anbieter.


CRM ist eben kein Modul. Es ist ein strategischer Ansatz. Und der braucht Systeme, die genau das unterstützen.

 
 
 

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